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Deutsche ReichsgrĂŒndung
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Als deutsche ReichsgrĂŒndung wird die Gesamtheit der politischen, militĂ€rischen und wirtschaftlichen Prozesse bezeichnet, die zur Konstituierung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 und damit zur Entstehung des modernen deutschen Nationalstaats fĂŒhrten.
Der Abschluss dieser Prozesse in Form der kleindeutschen Lösung unter FĂŒhrung PreuĂens und unter Ausschluss Ăsterreichs war eine Folge des im Deutschen Zollverein bereits weitgehend vollzogenen wirtschaftlichen Zusammenschlusses sowie der Einigungskriege und des gemeinsamen Sieges des von PreuĂen gefĂŒhrten MilitĂ€rbĂŒndnisses der deutschen Staaten im Deutsch-Französischen Krieg (siehe auch Deutsche Einigung). Mit den NovembervertrĂ€gen von 1870 traten die sĂŒddeutschen Staaten Baden, WĂŒrttemberg und Bayern sowie Hessen mit seinen Gebieten sĂŒdlich der Mainlinie zum 1. Januar 1871 dem von PreuĂen dominierten Norddeutschen Bund bei. Am selben Tag trat die neue Bundesverfassung in Kraft, wodurch der föderale deutsche Staat, formell ein Bund der FĂŒrsten und Freien StĂ€dte, erheblich zum neu geschaffenen Deutschen Reich ausgedehnt wurde.cite-ref-kroeschell-1-0[1]cite-ref-kotulla-2042-2-0[2]cite-ref-stern-128-3-0[3] Als ReichsgrĂŒndungstag wurde spĂ€ter jedoch der 18. Januar gefeiert, an dem der preuĂische König Wilhelm I. in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert worden war.
Zeitgenössisch wurde der neu gegrĂŒndete Staat als Nachfolger des 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gesehen und daher als âZweites Deutsches Reichâ bezeichnet.
Contents
âą Begriff
âą Vorgeschichte
âą Staatsrecht
âą Siehe auch
âą Filme
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Begriff
Die ReichsgrĂŒndung ist kein einzelner Akt gewesen, den man klar von anderen abgrenzen könnte. In der Literatur finden sich mehrere Definitionen, die sich auf vier ZeitrĂ€ume aufteilen lassen. Allerdings sind die Autoren nicht immer konsistent mit ihrer Abgrenzung. Sie rĂŒhrt oftmals auch vom konkreten Thema oder Aufbau ihrer Publikation her.cite-ref-4[4] Es ist an sich auch kein Widerspruch, einerseits von einer zeitlich sehr begrenzten ReichsgrĂŒndung von 1871 zu sprechen, andererseits von einer ReichsgrĂŒndungsepoche, die man oft mit der Revolution von 1848/1849 einsetzen lĂ€sst.
So konzentriert sich Michael StĂŒrmer in Die ReichsgrĂŒndung auf Otto von Bismarck und die Jahre 1866 bis 1878 (vom Deutschen Krieg bis zum Berliner Kongress). Er greift aber bis zum Heiligen Römischen Reich zurĂŒck. Die eigentliche Ereignisgeschichte setzt dort 1848/1849 ein. Das Ergebnis der Revolution sei âein Schwebezustandâ gewesen, âkeine RĂŒckkehr zu jener Ordnung, die im MĂ€rz 1848 wie ein Kartenhaus zusammengestĂŒrzt war, eine Blockade der mitteleuropĂ€ischen Nationalstaatsbildung.â Die âReichsgrĂŒndungsepocheâ endet fĂŒr StĂŒrmer in der zweiten HĂ€lfte der 1870er-Jahre mit der auĂenpolitischen Konsolidierung des Reiches.cite-ref-5[5] Ăhnlich wie StĂŒrmer geht Frank Lorenz MĂŒller der Frage nach, ohne sie eindeutig zu beantworten:
âStand 1848/49 am Beginn einer die Jahre 1845 bis 1871 umfassenden Wandlungsperiode, die den Durchbruch der politischen, ökonomischen und sozialen Moderne brachte? [âŠ] Langfristig hatte der Sieg der Gegenrevolution im Sommer 1849 weder Leichenstarre noch Friedhofsruhe bewirkt. Deutschland blieb im Wandel.âcite-ref-6[6]
Am kĂŒrzesten wird die âReichsgrĂŒndungâ knapp mit der Jahreswende 1870/1871 umschrieben. Ernst Rudolf Huber beschreibtcite-ref-7[7] die Zeit vom Kaiserplan im FrĂŒhjahr 1870 ĂŒber den Kriegsbeginn im Juli, die sog. NovembervertrĂ€ge, die Verfassung des Deutschen Bundes vom 1. Januar, âdie Einsetzung der Reichsorganeâ einschlieĂlich der Kaiserproklamationcite-ref-8[8] und der Reichstagswahl im MĂ€rz bis zur neuen Verfassung vom April 1871.cite-ref-9[9] Gerade die Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871 sei âim BewuĂtsein der Deutschen der eigentliche ReichsgrĂŒndungsakt gebliebenâ, so Theodor Schieder.cite-ref-10[10] Der Kurator der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages Andreas Kaernbach beklagt, die Zeit des Deutschen und des Norddeutschen Bundes erscheine hĂ€ufig nur als Vorgeschichte der ReichsgrĂŒndung und bloĂes Durchgangsstadium, ânicht aber als Epoche von eigenem historischen Gewicht.âcite-ref-11[11]
Viele Publikationen nehmen den Norddeutschen Bund und dessen unmittelbare Vorgeschichte hinzu. Dann kommt man auf die Jahre 1866 bis 1871.cite-ref-12[12] Als entscheidendes Ereignis wird vor allem der preuĂische Sieg bei KöniggrĂ€tz hervorgehoben, der den deutsch-deutschen Dualismus beendete. Zumeist nimmt man den deutschen Krieg gegen DĂ€nemark hinzu (1864; âEinigungskriegeâ). Einige Autoren lassen das âReichsgrĂŒndungsjahrzehntâ mit der GrĂŒndung des Deutschen Nationalvereins beginnen (1859).cite-ref-13[13] In der VerlĂ€ngerung bis 1878 spricht man auch von der Liberalen Ăra. Die Jahre um 1878 werden auch âZweite ReichsgrĂŒndungâ genannt, weil sich eine neue âAllianz zwischen Egge und Hochofenâ gebildet habe, zwischen Unternehmern der Schwerindustrie und der feudalen Elite.cite-ref-14[14]
Andere Autoren sprechen von einer âReichsgrĂŒndungszeitâ oder âReichsgrĂŒndungsepocheâ oder von einem âWeg zur ReichsgrĂŒndungâ und meinen dabei die Jahre seit 1848/49 bis 1871.cite-ref-15[15] Christian Jansen sieht in den Revolutionen von 1848/49 die âInitialzĂŒndung fĂŒr die NationalstaatsgrĂŒndungâ auch wegen der damaligen Parteienbildung.cite-ref-16[16] In dieser Sichtweise war die Paulskirchenverfassung von 1849 der erste Einigungsversuch.cite-ref-17[17] In der Zeit von 1848 bis 1866/1871 wurde der Dualismus als Problem fĂŒr die Nationalstaatsbildung erkannt und (durch Krieg) gelöst ebenso wie die Schleswig-Holstein-Frage. Bismarck war 1848/1849 bereits politisch aktiv und hatte sich nachweislich mit den damaligen Verfassungen beschĂ€ftigt.cite-ref-18[18] Der Weg zur Erfurter Union, mit der Wahl einer konstituierenden Versammlung, die mit den FĂŒrsten eine Verfassung vereinbarte, war das Vorbild fĂŒr die BundesgrĂŒndung 1867.
NationalstaatsgrĂŒndung
Die ReichsgrĂŒndung bezieht sich nur auf den staatsrechtlichen und vor allem den politisch-psychologischen Aspekt; das Völkerrechtssubjekt, dessen Staatsgebiet durch die NovembervertrĂ€ge 1870 zum Deutschen Bund erweitertcite-ref-19[19] und dann in âDeutsches Reichâ umbenannt wurde,cite-ref-20[20] bestand nĂ€mlich schon seit der Umwandlung des Norddeutschen Bundes von einem MilitĂ€rbĂŒndnis in einen Bundesstaat,cite-ref-21[21]cite-ref-stern-128-3-1[3] der sich eine von Bismarck entworfene Verfassung gab, die am 1. Juli 1867 nach lĂ€ngeren Verhandlungen mit Zustimmung der Landtage der einzelnen Staaten als Verfassung des Norddeutschen Bundes in Kraft trat.cite-ref-22[22]
Der Verfassung des Deutschen Bundes (DBV) in der Fassung vom 1. Januar 1871cite-ref-kotulla-dtverfr-dok-sammlung-247-23-0[23] folgte eine redigierte Fassung vom 16. April 1871, die heute meist als Bismarcksche Reichsverfassung bezeichnet wird.cite-ref-kotulla-dtverfr-dok-sammlung-249-24-0[24] Diese trat schlieĂlich am 4. Mai 1871cite-ref-kotulla-dtverfgesch-vom-alten-reich-bis-weimar-529-25-0[25]cite-ref-26[26] rĂŒckwirkend zum 1. Januar desselben Jahres in Kraft:cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]
Die ReichsgrĂŒndung muss demnach auf verschiedenen Ebenen untersucht werden, einer rechtlichen, einer parlamentarischen und einer symbolischen Ebene, wobei die Kaiserproklamation am 18. Januar die symbolische Ebene der Annahme der KaiserwĂŒrde widerspiegelt. Michael Kotulla konstatiert dazu: âFestzuhalten bleibt indes der Symbolcharakter dieses Aktes, der zwar im BewuĂtsein der Ăffentlichkeit sicherlich als Geburtsstunde des Reiches galt, aber staatsrechtlich bedeutungslos war.âcite-ref-29[29] Diese Symbolhandlung entsprach der tatsĂ€chlichen RealitĂ€t des vergröĂerten Bundes und nunmehrigen Gesamtdeutschlands.
Kaiserproklamation in Versailles
Vorgeschichte
Der Deutsche Krieg von 1866 fĂŒhrte im Frieden von Prag zur Auflösung des 1815 begrĂŒndeten Deutschen Bundes. Hintergrund des Krieges war, dass Otto von Bismarck einen kleindeutschen Nationalstaat unter preuĂischer FĂŒhrung anstrebte. Eine solche Lösung der deutschen Frage war nach EinschĂ€tzung Bismarcks nur ohne Ăsterreich möglich, da die Habsburgermonarchie faktisch wegen ihrer bisherigen hegemonialen FĂŒhrungsposition im Deutschen Bund wirtschaftlich und militĂ€risch zu bedeutend war.cite-ref-30[30] Nach dem preuĂischen Sieg in der Schlacht bei KöniggrĂ€tz konnte Bismarck gegen den Willen der Habsburger die GrĂŒndung des Norddeutschen Bundes als MilitĂ€rbĂŒndnis im August 1866 ohne Ăsterreich durchsetzen (siehe auch: Deutscher Dualismus, Deutsche Frage). Ein Jahr spĂ€ter gab sich der Norddeutsche Bund eine Verfassung und wurde damit zu einem Staat. Bereits im Januar 1870 sondierte Bismarck, ob man dem BundesprĂ€sidium den Kaisertitel geben könnte (âKaiserplanâ), jedoch stand bald darauf die spanische Krise im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Im Jahr 1868 hatten spanische MilitĂ€rs Königin Isabella II. abgesetzt. Als AnwĂ€rter fĂŒr die Königsnachfolge wurde Prinz Leopold von Hohenzollern gehandelt, der durch den preuĂischen MinisterprĂ€sidenten Otto von Bismarck in seiner Kandidatur unterstĂŒtzt wurde. Kurz nach der Annahme der Kandidatur verzichtete Prinz Leopold aber unter dem Einfluss seines Vaters, FĂŒrst Karl Anton, und des Königs von PreuĂen Wilhelm I. auf den spanischen Thron, da Frankreich wegen dieser Kandidatur mit Krieg gedroht hatte. Der Kaiser der Franzosen, NapolĂ©on III., wollte sich jedoch mit dem einfachen ZurĂŒckziehen der Kandidatur nicht begnĂŒgen und entsandte seinen Botschafter, Vincent Benedetti, nach Bad Ems, um dort diesbezĂŒglich in Verhandlungen mit dem König von PreuĂen zu treten. NapolĂ©on forderte von PreuĂen eine offizielle Entschuldigung und den generellen Verzicht der Hohenzollern beziehungsweise Sigmaringer auf den spanischen Thron auch fĂŒr die Zukunft, die König Wilhelm I. nicht akzeptieren wollte. âAber man wollte mehr: die preuĂische Regierung war noch nicht bloĂgestellt, der Sieg schien noch nicht vollkommen. Darum erhielt Benedetti den Auftrag, von König Wilhelm eine Sanktion des Verzichtes zu verlangen. Der König solle erklĂ€ren, dass er auch fĂŒr die Zukunft den Sigmaringern verbieten wĂŒrde, die spanische Krone anzunehmen.âcite-ref-31[31] Wilhelm lehnte dies ab. Bismarck veröffentlichte die GesprĂ€che darĂŒber zeitgleich, was in Deutschland und Frankreich zu groĂer Empörung fĂŒhrte. Bismarck hatte die Forderung und die Ablehnung bewusst konfrontativ dargestellt (sogenannte Emser Depesche). Die französische Nationalversammlung (das Parlament) bewilligte am 15. Juli Mittel fĂŒr einen Krieg, sodann erklĂ€rte das Kaiserreich Frankreich am 19. Juli 1870 PreuĂen den Krieg. Darum stellten sich die sĂŒddeutschen Staaten gemÀà der Schutz- und TrutzbĂŒndnisse, die im Verteidigungsfall zum Tragen kamen, an die Seite PreuĂens.cite-ref-32[32] Die folgenden Siege ĂŒber die französischen Armeen im August und September 1870 lieĂen die Bereitschaft in SĂŒddeutschland wachsen, sich dem Norddeutschen Bund als staatlichem Zusammenschluss mit föderativen Strukturen anzuschlieĂen. Den Verhandlungen lag eine Denkschrift zugrunde, die Bismarcks enger Mitarbeiter Rudolph von DelbrĂŒck am 13. September 1870 erstellt hatte. Danach sollte die Verfassung des Norddeutschen Bundes beibehalten werden. Eine Verfassungsgebende Versammlung kam zu keinem Zeitpunkt in Betracht. Baden und Hessen traten bereits am 15. November dem Norddeutsche Bund bei, doch Bayern sperrte sich weiterhin. SchlieĂlich willigte auch König Ludwig II. ein, nachdem er mit einer hohen, jĂ€hrlich zu zahlenden Summe bestochen worden war, die Bismarck dem geheimen Welfenfonds entnahm. AuĂerdem wurden ihm Reservatrechte bezĂŒglich des bayerischen MilitĂ€rs, der Post- und der Eisenbahnverwaltung zugesichert.cite-ref-33[33] So motiviert, unterzeichnete er am 30. November den von Bismarck verfassten Kaiserbrief. Im Dezember fuhr eine Reichstagsdelegation (âKaiserdeputationâ) ins besetzte Frankreich, um dem preuĂischen König die Kaiserkrone anzutragen.
Proklamation am 18. Januar
Am 9. und 10. Dezember 1870 beschlossen Reichstag und Bundesrat, dem Inhaber des BundesprĂ€sidiums den Kaisertitel anzutragen; Wilhelm hatte den Titel gegenĂŒber einer Kaiserdeputation des Reichstags angenommen (18. Dezember). AuĂerdem sollte das Land in âDeutsches Reichâ umbenannt werden. Wirksam wurde dies am 1. Januar 1871 mit einer neuen Verfassung. Die spĂ€tere Proklamation war nur ein âAkt der förmlichen Amtseinweisung und Amtsergreifungâ, der â18. Januar war kein ReichsgrĂŒndungstagâ (E. R. Huber).cite-ref-34[34]
Als Tag der Kaiserproklamation hatte man den 18. Januar ausersehen, den Tag der Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg zum ersten preuĂischen König Friedrich I. im Jahr 1701, womit das Königreich PreuĂen gegrĂŒndet worden war. Die Erinnerung an dieses genau 170 Jahre zurĂŒckliegende Ereignis erlaubte es, sich des Aufstieges der Hohenzollern von KurfĂŒrsten zu mĂ€chtigen Monarchen Europas zu erinnern.
Zur Zeit der Kaiserproklamation wurde die französische Hauptstadt Paris von den Koalitionstruppen belagert. Sitz des groĂen Hauptquartiers der deutschen Armeen war Versailles. Die preuĂische FĂŒhrung und â zumindest teilweise â die Spitzen der VerbĂŒndeten waren um Paris versammelt. Diese UmstĂ€nde und möglicherweise auch der Wille, die Stellung als europĂ€ische GroĂmacht kundzutun, fĂŒhrte zur Wahl eines bezeichnenden Rahmens, des prachtvollen Spiegelsaales im Schloss Versailles, dessen DeckengemĂ€lde Ludwig XIV., den Sonnenkönig, als Eroberer deutscher StĂ€dte und LĂ€nder feierten.
Zur feierlichen Proklamation marschierten am 18. Januar 1871 deutsche Truppen in Paradeuniform und mit Musikcorps am Schloss Versailles auf. FĂŒr den liturgischen Festakt, der von protestantischen Feldgeistlichen zelebriert wurde, war eine Mittelnische des Spiegelsaals der Residenz zum Altarplatz umfunktioniert worden. Um diesen gruppierten sich das Musikcorps, ein aus Regimentsangehörigen gebildeter SĂ€ngerchor und Fahnenabordnungen. Am Ende der Galerie erhob sich eine um einige Stufen erhöhte Estrade, auf der Wilhelm I. und die BundesfĂŒrsten Aufstellung nahmen. Zum Abschluss des Festakts erklang der Choral Nun danket alle Gott.cite-ref-35[35]
Otto von Bismarck verlas die Proklamation:
âWir, Wilhelm von Gottes Gnaden, König von PreuĂen, nachdem die Deutschen FĂŒrsten und Freien StĂ€dte den einmĂŒtigen Ruf an Uns gerichtet haben, mit der Herstellung des Deutschen Reiches die seit mehr als sechzig Jahren ruhende Deutsche KaiserwĂŒrde zu erneuern und zu ĂŒbernehmen, und nachdem in der Verfassung des Deutschen Bundes die entsprechenden Bestimmungen vorgesehen sind, bekunden hiermit, daĂ Wir es als eine Pflicht gegen das gemeinsame Vaterland betrachtet haben, diesem Ruf der verbĂŒndeten Deutschen FĂŒrsten und StĂ€dte Folge zu leisten und die Deutsche KaiserwĂŒrde anzunehmen. DemgemÀà werden Wir und Unsere Nachfolger an der Krone PreuĂens fortan den Kaiserlichen Titel in allen Unseren Beziehungen und Angelegenheiten des Deutschen Reiches fĂŒhren und hoffen zu Gott, daĂ es der Deutschen Nation gegeben sein werde, unter dem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer segensreichen Zukunft entgegenzufĂŒhren. Wir ĂŒbernehmen die Kaiserliche WĂŒrde im BewuĂtsein der Pflicht, in deutscher Treue die Rechte des Reiches und seiner Glieder zu schĂŒtzen, den Frieden zu wahren, die UnabhĂ€ngigkeit Deutschlands, gestĂŒtzt auf die geeinte Kraft seines Volkes, zu verteidigen. Wir nehmen sie an in der Hoffnung, daĂ dem Deutschen Volk vergönnt sein wird, den Lohn seiner heiĂen und opfermĂŒtigen KĂ€mpfe in dauerndem Frieden und innerhalb der Grenzen zu genieĂen, welche dem Vaterland die seit Jahrhunderten entbehrte Sicherung gegen erneute Angriffe Frankreichs gewĂ€hren. Uns aber und Unseren Nachfolgern an der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, allzeit Mehrer des Deutschen Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den GĂŒtern und Gaben des Friedens auf dem Gebiet nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.cite-ref-36[36]â
Daraufhin brachte der GroĂherzog von Baden einen Hochruf auf âSeine MajestĂ€t, Kaiser Wilhelmâ aus, den die ĂŒbrigen Anwesenden dreimal erwiderten. Die Zeremonie endete, wĂ€hrend sich die Hurra-Rufe der aufgestellten Truppen nach auĂerhalb fortsetzten.cite-ref-37[37] Der Ausdruck âKaiser Wilhelmâ vermied den genauen, verfassungsgemĂ€Ăen Titel âDeutscher Kaiserâ, mit dem sich Wilhelm noch nicht anfreunden konnte.
Darstellung durch Augenzeugen
Das Zeremoniell wird in zahlreichen Publikationen der Zeit beschrieben und die wichtigsten Personen und ihre Funktion werden im Detail geschildert. Um die unterschwelligen Kontroversen durch mythische Begriffe zu verhĂŒllen, wurde zum Beispiel davon gesprochen, dass die Krone âvom Blut aller deutschen StĂ€mme gekittetâcite-ref-40[40] worden sei. Die GrĂŒndung des Deutschen Reiches vollzog sich in einer widersprĂŒchlichen Mischung aus Bescheidenheit und GroĂspurigkeit.
Die brieflichen Schilderungen des neuen Kaisers Wilhelm I.,cite-ref-41[41] des Bundeskanzlers Bismarck, der als Motor der ReichsgrĂŒndung fungierte, und die öffentliche Darstellung des Historikers Albert von Pfister,cite-ref-42[42] der als Soldat anwesend war, stimmen in dem Faktum ĂŒberein, dass im Spiegelsaal ein Feldaltar (an Stelle eines Throns) aufgebaut worden sei. WĂ€hrend Wilhelm I. das Religiöse des Zeremoniells hervorhebt, stöĂt sich Bismarck am politischen Gehalt der Predigt, weil er eine tatsĂ€chliche Stimmung religiöser Einkehr offenbar der Siegespose vorgezogen hĂ€tte. Bismarck kritisiert erstaunlich offen das Verhalten des Kaisers, der sich scheut, als AutoritĂ€t gegenĂŒber den FĂŒrsten aufzutreten und sich lieber als Kriegsherrn sieht, der mit seinen Getreuen ĂŒber die Unterlegenen triumphiert. Daher habe Wilhelm spontan die FĂŒrsten zu sich auf die gleiche Ebene geholt. In Pfisters Schilderung entfĂ€llt der religiöse Schwerpunkt der Zeremonie, den Wilhelm wie Bismarck betonen. Er betont dagegen die polarisierende öffentliche Wirkung. Die drei Berichte erscheinen authentischer als spĂ€tere Darstellungen, besonders die Schilderungen in Quelleneditionen und Schulbuchdarstellungen zwischen 1918 und 1945, die alle unter dem dominierenden Eindruck der schockierenden Niederlage des âBismarck-Reichesâ im Ersten Weltkrieg entstanden sind.
Sichtweise der sĂŒddeutschen Staaten
Die Regierungen der sĂŒddeutschen Staaten GroĂherzogtum Baden, GroĂherzogtum Hessen, Königreich WĂŒrttemberg und Königreich Bayern standen der Einheitsbewegung unterschiedlich gegenĂŒber â dies teils um eine groĂdeutsche Lösung nicht zu verhindern oder um die eigene SouverĂ€nitĂ€t zu wahren.cite-ref-stern-128-3-2[3]
Das GroĂherzogtum Baden stand vorbehaltlos hinter der Einigung. GroĂherzog Friedrich I. und MinisterprĂ€sident Julius Jolly artikulierten bereits am 3. September 1870 BeitrittswĂŒnsche.cite-ref-stern-128-3-3[3] Sie hatten bereits 1867 und wiederholt im FrĂŒhjahr 1870 den Beitritt in den Norddeutschen Bund beantragt, den der Norddeutsche Reichstag auf Bismarcks Betreiben wegen auĂenpolitischer RĂŒcksichtnahme ablehnte (Interpellation Lasker).cite-ref-stern-127-43-0[43]
Das Königreich WĂŒrttemberg war groĂdeutsch-österreichisch gesinnt. Unter dem Einfluss der wĂŒrttembergischen Deutschen Partei sandte das Kabinett unter König Karl I. am 12. September einen Gesandten in das deutsche Hauptquartier in Frankreich, um Verhandlungen mit dem Norddeutschen Bund ĂŒber eine Vereinigung zu fĂŒhren.cite-ref-stern-128-3-4[3]
Die Regierung des GroĂherzogtums Hessen war eher groĂdeutsch eingestellt. Jedoch gehörte die nördlich des Mains gelegene Provinz Oberhessen und auch die Truppen des restlichen GroĂherzogtums (Hessen sĂŒdlich des Mains) bereits zum Norddeutschen Bund, was eine gewisse Zwangslage fĂŒr die Regierung unter GroĂherzog Ludwig III. bedeutete. Auch befĂŒrworteten die Bevölkerung und der Thronfolger, der spĂ€tere Ludwig IV. die kleindeutsche Lösung. Dementsprechend lieĂ die Regierung von der groĂdeutschen Idee ab und trat in Verhandlungen mit dem Norddeutschen Bund.cite-ref-stern-128-3-5[3]
Von allen deutschen Herrschern stand der König von Bayern der deutschen Einheit am stĂ€rksten ablehnend gegenĂŒber. Ludwig II. war stets auf seine SouverĂ€nitĂ€t bedacht. Er hatte sich vom preuĂischen König Wilhelm brieflich versprechen lassen, die SelbststĂ€ndigkeit und IntegritĂ€t Bayerns zu wahren. Unter dem Einfluss der Bayerischen Fortschrittspartei unter Marquard Barth war die Kammer weitgehend fĂŒr die deutsche Einheit. Um nicht isoliert zu werden, trat Ludwigs Regierung mit dem Vorschlag eines VerfassungsbĂŒndnisses in die Verhandlungen ein. Dieses VerfassungsbĂŒndnis lief auf die GrĂŒndung eines neuen Bundes mit neuer Bundesverfassung hinaus.cite-ref-stern-128-3-6[3] Bismarck wollte den SĂŒdstaaten und vor allem Bayern die Möglichkeit geben, das Gesicht zu wahren. So steht in den NovembervertrĂ€gen das Wort GrĂŒndung oder NeugrĂŒndung, wenngleich es sich verfassungsrechtlich nur um einen Beitritt handeln konnte (nach Art. 79 der Bundesverfassung).cite-ref-44[44]
Folgen und Bewertung
Der Spiegelsaal von Versailles verband die Kaiserproklamation am 18. Januar 1871 mit dem Sieg im Kriege und war von einer Dominanz der Uniformen und der Demonstration eines MilitĂ€rstaates bestimmt. FĂŒrstliche Obrigkeiten, einzelstaatliche Kabinette und PreuĂens militĂ€rische Macht fĂŒhrten das neue Reich.cite-ref-45[45] Hans-Ulrich Wehler nannte die Veranstaltung eine âanachronistische Imitation einer Heerkaiserwahlâ.cite-ref-46[46] Das Reich von 1871 war aber dennoch âvieles zugleich: Bundesstaat, konstitutioneller Verfassungsstaat, Kaiserstaat, preuĂischer Hegemonialstaat, Macht- und MilitĂ€rstaat, vor allem war es ein Nationalstaat.âcite-ref-47[47] Dies gilt, obwohl in der Verfassung das Wort Nation gar nicht vorkam. Eine nationale deutsche StaatsbĂŒrgerschaft wurde nicht eingerichtet (â Bundesglieder des Deutschen Reichs).cite-ref-48[48] Den vierzig Millionen Einwohnern des Reichs standen etwa 25 Millionen Deutschsprechende gegenĂŒber, die auĂerhalb seiner Grenzen blieben.cite-ref-49[49] Daher wird es oft als âunvollendeter Nationalstaatâ bezeichnet.cite-ref-50[50]
Der Krieg Frankreichs gegen den Norddeutschen Bund und die Armeen mit ihm verbĂŒndeter sĂŒddeutscher Staaten hatte der nationalen Bewegung in ganz Deutschland, auch wenn es noch zu keinem Bundesstaat zusammengefasst war, starke Impulse vermittelt und den letzten AnstoĂ fĂŒr die staatliche Einigung gegeben, die an besagtem Tage auf dem Boden des nahezu geschlagenen Gegners verkĂŒndet und gefeiert wurde. Die Stimmung unter den Deutschen soll am Tage der Kaiserproklamation leidenschaftlich gewesen sein, wĂ€hrend der Kaiser selbst sich eher nĂŒchterner zeigte. Der zu diesem Zeitpunkt schon ins Alter gekommene Wilhelm I. hatte nach eigener Auffassung âdie glĂ€nzende preuĂische Krone gegen eine Schmutzkrone vertauschen mĂŒssenâ, wie er seinem Sohn, dem damaligen Kronprinzen Friedrich, mitteilte. Er bezeichnete es als ein groĂes UnglĂŒck, was er zu tragen habe, da die StaatsrĂ€son es ihm abverlange. Auch in einem Brief an seine Gemahlin Augusta, in dem er zudem den militĂ€risch geprĂ€gten Ablauf der Proklamation schilderte, beklagte er, den preuĂischen Titel verdrĂ€ngt zu sehen.cite-ref-51[51]
Dass infolge des Krieges und gegen dessen Ende der endgĂŒltige Schritt zur deutschen Einheit stand, erscheint demnach als unmittelbarer Sieg der Volksbewegung, muss jedoch unter der BerĂŒcksichtigung vieler weiterer Aspekte gesehen werden. Vor den in Versailles anwesenden deutschen FĂŒrsten, Prinzen, Ministern, Diplomaten sowie GenerĂ€len wurde in einer Proklamation an das deutsche Volk, die von Bismarck verlesen wurde, die Annahme der deutschen KaiserwĂŒrde durch den König von PreuĂen verkĂŒndet. Die zivilen Parlamentarier spielten kaum eine Rolle, trotzdem war die bĂŒrgerliche Nationalbewegung ein konstitutives Element der ReichsgrĂŒndung und somit auch des Reiches.cite-ref-52[52] Hagen Schulze schrieb: âGewiĂ wurde das Deutsche Reich nicht durch Reden und MajoritĂ€tsbeschlĂŒsse, sondern durch Blut und Eisen geeint, aber nichts fĂŒhrte zum Erfolg, das auf die Dauer dem Massennationalismus entgegenstand.âcite-ref-53[53]
StĂŒrmer zufolge wurde das Kaisertum den UmstĂ€nden entsprechend errichtet, bevor noch der Deutsche Reichstag die Chance gehabt hĂ€tte, die kĂŒnftige Verfassung zu beraten und zu beschlieĂen. Lediglich eine parlamentarische Adresse an den preuĂischen König empfahl ihm die Wiedererrichtung der KaiserwĂŒrde.cite-ref-54[54] Der Wunsch eines Nationalstaates, der von der breiten Volksmasse gefordert wurde, sollte erfĂŒllt werden, aber nur unter der BerĂŒcksichtigung vieler Faktoren. Unter anderem waren die Hegemonie PreuĂens, die Stellung der Gliedstaaten, die Aufrechterhaltung einer starken Monarchie, das ZugestĂ€ndnis einer schwĂ€cheren nationalen Demokratie entscheidende Faktoren dieser ReichsgrĂŒndung.cite-ref-55[55] Das nach Ort und Zeit befremdliche Ereignis war bedingt durch das BedĂŒrfnis, einen Moment zu nutzen, als weder die innenpolitischen noch die auĂenpolitischen Gegner eines preuĂisch-deutschen Nationalstaats zu entscheidendem Widerstand fĂ€hig waren.cite-ref-56[56]
Im Wesentlichen waren es zwei Gesichtspunkte, die dafĂŒr sprachen, die ReichsgrĂŒndung so zĂŒgig wie möglich zu vollenden: Einerseits sollte das neue Reich noch wĂ€hrend des Krieges begrĂŒndet werden, weil dadurch der Partikularismus der sĂŒddeutschen Staaten geschwĂ€cht war und weder Ăsterreich noch Frankreich den SĂŒdstaaten zu Hilfe hĂ€tten eilen können. Ăsterreich war erschöpft und nahezu handlungsunfĂ€hig durch den preuĂisch-österreichischen Krieg von 1866 (in dem beide MĂ€chte um die FĂŒhrungsrolle im Deutschen Bund gekĂ€mpft hatten) und Frankreich entkrĂ€ftet durch den noch andauernden Deutsch-Französischen Krieg. Die bayerische Regierung hatte zu Beginn dieses Krieges noch ihre SouverĂ€nitĂ€t betont und wollte nichts davon preisgeben. Doch selbst die EntscheidungstrĂ€ger aus dem Königreich Bayern gelangten aufgrund der UmstĂ€nde Mitte September zu der Einsicht, dass sie aus auĂen- wie innenpolitischen GrĂŒnden ein nationales BĂŒndnis eingehen mussten.
Zum anderen galt es seinerzeit fĂŒr PreuĂen, die auĂenpolitische Lage grundsĂ€tzlich zu beachten und den Moment zu nutzen. Frankreichs Macht war zwar gebrochen, doch der Krieg zog sich hin, und die Franzosen suchten VerbĂŒndete, um ein Gegengewicht zur preuĂisch-deutschen Expansion zu formen. Sie appellierten an England, Russland, Ăsterreich-Ungarn und Italien, die sich im SpĂ€tsommer als sogenannte Liga der Neutralen etabliert hatten. Die Rolle Frankreichs in der letzten Phase vor Kriegsausbruch und die KriegserklĂ€rung Frankreichs gegen PreuĂen hatten zunĂ€chst dazu gefĂŒhrt, dass der Krieg auf Deutschland und Frankreich begrenzt blieb und die ĂŒbrigen europĂ€ischen MĂ€chte sich nicht einmischten.
Im Laufe des Krieges hatten die Deutschen allerdings ihre Annexionsforderungen erhoben, wĂ€hrend Frankreich Friedensbereitschaft und die Hinnahme einer preuĂischen Lösung der deutschen Frage signalisiert hatte, aber auf der Verteidigung der territorialen Grenzen pochte. Dies Ă€nderte auch die grundsĂ€tzliche Stimmung innerhalb Europas, so dass eine Kritik gegenĂŒber den nun expansiven AnsprĂŒchen PreuĂens beziehungsweise der deutschen Staaten nicht ausblieb. Eine Intervention der noch neutralen GroĂmĂ€chte gegenĂŒber Deutschland war zu diesem Zeitpunkt keinesfalls auszuschlieĂen gewesen, doch herrschte diesbezĂŒglich in diesem Moment keine Einigkeit unter den Neutralen. Ăsterreich setzte eher auf VerstĂ€ndigung mit PreuĂen, um so die Anziehungskraft des neuen Reiches auf die Deutschen Ăsterreichs aufzufangen und vielleicht UnterstĂŒtzung fĂŒr die eigene Balkanpolitik zu gewinnen. Das Russische Reich, zu Beginn des Krieges und unter anderem bedingt durch die zuvor erlittene Niederlage im Krimkrieg zunĂ€chst zurĂŒckhaltend, nutzte dann aber die Gunst der Stunde des Deutsch-Französischen Krieges, um die sogenannte âPontus-Klauselâ des Pariser Friedensvertrages, die das Schwarze Meer neutralisierte, aufzukĂŒndigen.cite-ref-57[57] Dies brachte das Vereinigte Königreich zunĂ€chst einmal gegen das Russische Reich auf und verhinderte somit auch ein gemeinsames Vorgehen des zaristischen Russlands und GroĂbritanniens gegen PreuĂen. Auch der Abschluss der Einigung Italiens stand entgegen einer europĂ€ischen Front zu Gunsten Frankreichs, denn Italien machte sich die französische Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg zunutze, ohne auf entscheidenden Widerstand zu stoĂen. Frankreich war zuvor gezwungen, die Schutztruppen abzuziehen. Somit konnte PreuĂen eine âEuropĂ€isierung der deutschen Frageâ verhindern.
Der konservative OppositionsfĂŒhrer im britischen Unterhaus Benjamin Disraeli nannte den Deutsch-Französischen Krieg am 9. Februar 1871 eine Revolution, die das Gleichgewicht der KrĂ€fte in Europa zerstöre.cite-ref-58[58] In einem anderen Sinn beschreibt auch Wehler den Prozess der Reichseinigung als Revolution, aber als Revolution von oben. Durch geschicktes Vabanquespiel habe Bismarck gemeinsam mit der preuĂischen MilitĂ€rmacht die âdeutsche Doppelrevolutionâ vollendet: nach dem Take-off zur Industriellen Revolution die GrĂŒndung eines deutschen Nationalstaats unter preuĂischer Hegemonie.cite-ref-59[59] In Deutschland selber wurde die Reichseinigung dagegen nicht als Revolution, sondern im Gegenteil als Niederlage der Französischen Revolution und ihrer Prinzipien wahrgenommen.cite-ref-60[60]
Deutsch-französische Beziehungen
Die Wahl des geschichtstrĂ€chtigen Versailles als Veranstaltungsort der sichtbaren deutschen Einigung zementierte auf Jahrzehnte die deutsch-französische Erbfeindschaft. Von allen europĂ€ischen GroĂmĂ€chten war Frankreich von der deutschen Einigung am stĂ€rksten betroffen.cite-ref-61[61] Im Gegensatz zu den Verfechtern der Französischen Revolution, die auf der Basis einer Volksbewegung und dem Willen des Volkes ihren neuen Staat aufzubauen versucht hatten, der unter der Jakobinerherrschaft im Terror endete, demonstrierte am 18. Januar 1871 die preuĂische beziehungsweise dann deutsche FĂŒhrungsschicht einen kontrĂ€ren Weg zur GrĂŒndung eines neuen Reiches. An diesem Tage wurde der Kontrast sichtbar zwischen dem âWillensakt der Nationâ selbst,cite-ref-62[62] der gescheiterten deutschen Revolution von 1848 und der reellen ReichsgrĂŒndung, die als ein Ergebnis diplomatischer Aktionen das Werk weniger MĂ€nner und der preuĂischen Macht gewesen war.
Staatsrecht
Das Oberhaupt dieses neuen Reiches wurde nicht durch das deutsche Volk, sondern durch die Herrscher der Einzelstaaten, die deutschen BundesfĂŒrsten, eingesetzt und blieb ein Herrscher von Gottes Gnaden. Obwohl er oft als âReichssouverĂ€nâ bezeichnet wurde, lag die SouverĂ€nitĂ€t des Reichs beim Bundesrat, der ersten Kammer der Legislative, also bei der Gesamtheit der verbĂŒndeten Staaten als KollektivsouverĂ€n.cite-ref-63[63] Dort waren die Gliedstaatsregierungen durch Beamte vertreten. PreuĂen verfĂŒgte zwar nur ĂŒber 17 von 61 Stimmen, weil die Stimmzahl nicht dem Einwohnerproporz entsprach, doch das genĂŒgte fĂŒr die SperrminoritĂ€t von 14 Stimmen, mit der Ănderungen der Verfassung verhindert werden konnten. Diese Zahl ergab sich aus dem Verzicht auf die laut Artikel 78 der Verfassung des Norddeutschen Bundes fĂŒr VerfassungsĂ€nderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit. Im Reich sollten neben PreuĂen auch die drei anderen Königreiche mit zusammen 14 Stimmen Ănderungen der Verfassung verhindern können.cite-ref-64[64] Bei Meinungsverschiedenheiten im MilitĂ€rwesen und in der Verwaltung entschied im Bundesrat âdas PrĂ€sidiumâ, also der König von PreuĂen.cite-ref-65[65] Der Föderalismus, als dessen Ausdruck der Bundesrat fungierte, spielte fĂŒr die Verfassungswirklichkeit des Reichs keine zentrale Rolle. Er sollte nur die faktische Hegemonie PreuĂens ĂŒber alle anderen Teilstaaten kaschieren.cite-ref-66[66]
Das Kaiserreich sorgte durch das fĂŒr seine Zeit sehr fortschrittliche Reichstagswahlrecht fĂŒr eine betrĂ€chtliche Demokratisierung. Mit seinen beiden Machtzentren â dem demokratisch gewĂ€hlten Parlament mit Budgetrecht und Gesetzgebungskompetenz auf der einen, der starken kaiserlichen Regierung, die ĂŒber MilitĂ€r, AuĂenpolitik und Ausnahmezustand entscheiden durfte, auf der anderen Seite â war das 1871 gegrĂŒndete Reich eine konstitutionelle Monarchie.cite-ref-67[67] Diese Beschreibung stöĂt in der Forschung aber auch auf Kritik. Der Staatsrechtler Hans Boldt weist darauf hin, dass der Kaiser, anders als die deutschen FĂŒrsten, nie âTrĂ€ger der gesamten Staatsgewaltâ wurde. Daher sei das Kaiserreich nicht âeinfach eine konstitutionelle Monarchie im GroĂenâ gewesen.cite-ref-68[68] Hans-Ulrich Wehler kritisiert die Bezeichnung konstitutionelle Monarchie als nicht trennscharf genug, um die Verfassungswirklichkeit des Kaiserreichs zu erfassen. Seines Erachtens bestand âim GehĂ€use einer konstitutionellen Monarchieâ eine charismatische Herrschaft Bismarcks mit einer MachtfĂŒlle, die bis an die einer Diktatur herangereicht habe. Sie sei nach Bismarcks Entlassung von einer Polykratie abgelöst worden, in der das Persönliche Regiment Wilhelms II., der Reichskanzler sowie verschiedene in der Verfassung nicht vorgesehene SchlĂŒsselfiguren am Hof, in BĂŒrokratie und MilitĂ€r, aus Wirtschaft und InteressenverbĂ€nden sich rivalisierend gegenĂŒbergestanden hĂ€tten.cite-ref-69[69] Der Rechtswissenschaftler Udo Di Fabio wiederum betont stĂ€rker die demokratischen Elemente der Verfassung und nennt das Kaiserreich eine Demokratie âmit konstitutionellen âSchönheitsfehlernââ.cite-ref-70[70]
Die Frage, ob es sich bei der ReichsgrĂŒndung rechtlich um eine Inkorporation oder eine Fusion handelte, wird unterschiedlich beantwortet. Auch wenn die sĂŒddeutschen Staaten nicht dem Norddeutschen Bund, sondern dem Deutschen Reich beitraten, handelte es sich nach Kotulla um einen Beitritt, das Reich sei keine Neuschöpfung, sondern eine Reform des Norddeutschen Bund gewesen. Dieses VerstĂ€ndnis sei herrschende Lehre in der Staatsrechtsliteratur.cite-ref-71[71] Auch Oliver Dörr ist der Ansicht, dass diese Rechtsauffassung âsich in der deutschen Staatslehre ganz ĂŒberwiegend durchgesetzt hatâ, wenngleich âinsgesamt [âŠ] innerstaatliche und völkerrechtliche Praxis ein zwiespĂ€ltiges Bildâ böten.cite-ref-72[72] In den HandbĂŒchern des Völkerrechts von Georg Dahm, Jost DelbrĂŒck und RĂŒdiger Wolfrum sowie von Wolfgang Graf Vitzthum und Alexander ProelĂ wird die Reichseinigung 1870 dagegen als Fusion bezeichnet.cite-ref-73[73]
Bundesglieder des Deutschen Reichs
Das Deutsche Reich bestand aus 25 âteilsouverĂ€nenâcite-ref-74[74] bzw. ânahezu autonomenâcite-ref-75[75] Staaten mit jeweils einer eigenen StaatsbĂŒrgerschaft. Ob die SouverĂ€nitĂ€t in diesem neuen Gebilde bei den Einzelstaaten oder beim Reich liegen sollte, das heiĂt, ob es als Staatenbund oder föderativer Bundesstaat zu qualifizieren sei, war nach Bismarcks Intervention bewusst offen gelassen worden. Die verfassungsrechtliche Unbestimmtheit einer solchen staatstheoretischen Frage eröffnete politische SpielrĂ€ume fĂŒr den Beitritt der sĂŒddeutschen FĂŒrsten und war damit eine Bedingung fĂŒr die Annahme der Verfassung; fĂŒr die Staatsrechtslehre hingegen musste diese politisch in der Schwebe gelassene, aber zentrale juristische Frage dringend geklĂ€rt werden. Eine lĂ€ngere Diskussion kam schlieĂlich zu dem Ergebnis, dass das Reich ein souverĂ€ner Staat war, da die Kompetenz-Kompetenz nach allgemeiner Ăberzeugung beim Reich lag.cite-ref-76[76]
Die Bundesangehörigkeit war mit der Staatsangehörigkeit der einzelnen Bundesstaaten verknĂŒpft, d. h., sie wurde durch die Staatsangehörigkeit erworben und erlosch mit deren Verlust.cite-ref-77[77] Eine eigene deutsche StaatsbĂŒrgerschaft wurde nicht geschaffen. Stattdessen sah die Verfassung ein gemeinsames Indigenat vor, das heiĂt, ein ReichsbĂŒrger besaĂ ĂŒber seine Gliedstaatsangehörigkeit auch die Bundesangehörigkeit.cite-ref-78[78]
Das Deutsche Kaiserreich setzte sich nach der Verfassung vom 16. April 1871 aus den folgenden Gliedstaaten zusammen:cite-ref-79[79]
GröĂe und Bedeutung der 25 Einzelstaaten waren sehr ungleichgewichtig. PreuĂen nahm mehr als zwei Drittel des deutschen Staatsgebiets ein und verfĂŒgte ĂŒber fast ebenso viel seines Staatsvolks. Da der preuĂische König in Personalunion deutscher Kaiser war und das Amt des Reichskanzlers fast immer von preuĂischen MinisterprĂ€sidenten ausgeĂŒbt wurde, lag auch die Staatsgewalt weitgehend in preuĂischen HĂ€nden. PreuĂen war der alles dominierende âempire stateâ, weshalb das Deutsche Reich verschiedentlich als ein âGroĂpreuĂenâ beschrieben wird.cite-ref-80[80]
Elsass-Lothringen wurde durch Gesetz vom 25. Juni 1873 als Reichsland verfassungsrechtlich dem Bundesgebiet einverleibt, nachdem es als vormals ostfranzösische Gebiete bereits am 2. MĂ€rz 1871 völkerrechtlich wirksam an Deutschland abgetreten (Inkrafttreten des PrĂ€liminarfriedens mit Frankreich) und am 28. Juni 1871 (Inkrafttreten des Reichsgesetzes vom 9. Juni 1871 ĂŒber die Vereinigung von ElsaĂ und Lothringen mit dem Deutschen Reich, RGBl. 1871, S. 212) staatsrechtlich inkorporiert worden war. Erst 40 Jahre nach seiner organisationsrechtlichen Eingliederung, die als (bis zum Ende des Kaiserreichs nicht prinzipiell geĂ€nderte) unmittelbare Unterstellung unter die durch den Kaiser ausgeĂŒbte Reichsgewalt âmit einem Grundbaustein der Reichsverfassung, dem ausgeprĂ€gten Föderalismus, schlichtweg unvereinbarâ war, wurde Elsass-Lothringen 1911 den LĂ€ndern weitestgehend gleichgestellt. Seither war es auch im Bundesrat vertreten.cite-ref-81[81]
Siehe auch
:
Gebietsgliederung (Deutsches Kaiserreich)
Siehe auch
Filme
âą Kaiserspiel in Versailles. Gezeigt auf: ARTE, Deutschland/Ungarn 2020 (âDeutscher Kaiserâ versus âKaiser der Deutschenâ, Bismarck und König Ludwig, Belagerung von Paris).
Literatur
âą Marco DrĂ€ger: (K)Ein Hoch auf Kaiser Wilhelm? Die Kaiserproklamation in Versailles aus der Sicht unterschiedlicher Selbstzeugnisse. In: Geschichte lernen. Heft 156, Friedrich Verlag, Seelze 2013, ISSN 0933-3096, S. 28â37.
âą Jean-Baptiste Duroselle: Die europĂ€ischen Staaten und die GrĂŒndung des Deutschen Reiches. In: Theodor Schieder, Ernst Deuerlein (Hrsg.): ReichsgrĂŒndung 1870/71, Tatsachen, Kontroversen, Interpretationen. Seewald, Stuttgart 1970, DNB 457912340.
âą Michael Epkenhans: Die ReichsgrĂŒndung 1870/71 (= C.H. Beck Wissen 2902). C. H. Beck, MĂŒnchen 2020, ISBN 978-3-406-75032-8.
âą Michael Fischer, Christian Senkel, Klaus Tanner (Hrsg.): ReichsgrĂŒndung 1871. Ereignis â Beschreibung â Inszenierung. Waxmann, MĂŒnster 2010, ISBN 978-3-8309-2103-5.
âą Lothar Gall: 1871 â Fragen an die deutsche Geschichte. Ausstellungskatalog. Regierung der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1971, DNB 720238102.
âą Eberhard Kolb (Hrsg.): Europa und die ReichsgrĂŒndung. PreuĂen-Deutschland in der Sicht der groĂen europĂ€ischen MĂ€chte 1860â1880 (Historische Zeitschrift, Beiheft N.F. 6). Oldenbourg, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-486-49811-8.
âą Ulrich LappenkĂŒper, Maik Ohnezeit (Hrsg.): 1870/71. ReichsgrĂŒndung in Versailles. Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh 2021, ISBN 978-3-933418-65-4.
âą Theodor Toeche-Mittler: Die Kaiserproklamation in Versailles am 18. Januar 1871. Herausgegeben und eingeleitet von JĂŒrgen Laubner, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2021, ISBN 978-3-96311-536-3.
âą Theodor Schieder, Ernst Deuerlein (Hrsg.): ReichsgrĂŒndung 1870/71. Tatsachen â Kontroversen â Interpretationen. Stuttgart 1970.
âą Bastiaan Schot: Die Entstehung des Deutsch-Französischen Krieges und die GrĂŒndung des Deutschen Reiches. In: Helmut Böhme (Hrsg.): Probleme der ReichsgrĂŒndungszeit 1848â1879. Kiepenheuer & Witsch, Köln/Berlin 1968, DNB 457852119.
âą Hagen Schulze: Der Weg zum Nationalstaat. Die deutsche Nationalbewegung vom 18. Jahrhundert bis zur ReichsgrĂŒndung. 3. Auflage. dtv, MĂŒnchen 1992, ISBN 3-423-04503-5.
âą Michael StĂŒrmer: Die ReichsgrĂŒndung. Deutscher Nationalstaat und europĂ€isches Gleichgewicht im Zeitalter Bismarcks. dtv, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-423-04504-3.
Weblinks
âą Die ReichsgrĂŒndung 1871 von Wilfried Rogasch und Arnulf Scriba im LeMO (Deutsches Historisches Museum und Haus der Geschichte, 2014)
âą 1871 - ReichsgrĂŒndung im Krieg, mit Text der Proklamation von Dorlis Blume im LeMO (Deutsches Historisches Museum und Haus der Geschichte, 2012)
âą Literatur zur deutschen ReichsgrĂŒndung im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-kroeschell-11. â Karl Kroeschell: Deutsche Rechtsgeschichte, Bd. 3: Seit 1650. 5. Auflage. Böhlau/UTB, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 235.
cite-note-kotulla-2042-22. â Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte. Vom Alten Reich bis Weimar (1495â1934). 2008, Rn. 2042.
cite-note-stern-128-33. â Klaus Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Band V: Die geschichtlichen Grundlagen des deutschen Staatsrechts. Die Verfassungsentwicklung vom Alten Deutschen Reich zur wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland. C. H. Beck, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-406-07021-3, Rn. 128.
cite-note-44. â Siehe bei Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. VII/VIII: âDie zweite Phase der âDeutschen Doppelrevolutionâ / Die deutsche Industrielle Revolution â Die politische Revolution der ReichsgrĂŒndung âvon obenâ 1849â1871/73â; âDie âRevolution von obenâ von 1862 bis 1871â; âVom Norddeutschen Bund zur neuen âdeutschen Revolutionâ: Die groĂpreuĂische Staatsbildung von 1867/71â.
cite-note-55. â Michael StĂŒrmer: Die ReichsgrĂŒndung. Deutscher Nationalstaat und europĂ€isches Gleichgewicht im Zeitalter Bismarcks. 1993, S. 39, 100.
cite-note-66. â Frank Lorenz MĂŒller: Die Revolution von 1848/1849. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, S. 143.
cite-note-77. â Kapitel âDie ReichsgrĂŒndungâ (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 3).
cite-note-88. â Auf dieses Datum bezieht sich Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich. Deutsche AuĂenpolitik von Bismarck bis Hitler. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1995, S. 13/14, allerdings mit Ausgreifen auf die Revolution von 1848.
cite-note-99. â Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Band III: Bismarck und das Reich. Kohlhammer, Stuttgart 1963, S. XXVI/XXVII. Das Oberkapitel âDas Bismarck-Reichâ beginnt hier bereits mit dem AugustbĂŒndnis von 1866.
cite-note-1010. â Theodor Schieder: Vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich. In: Herbert Grundmann (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte. Stuttgart 1970, S. 99â223, hier S. 218 (Hervorhebung im Original).
cite-note-1111. â Andreas Kaernbach: Bismarcks Konzepte zur Reform des Deutschen Bundes. Zur KontinuitĂ€t der Politik Bismarcks und PreuĂens in der deutschen Frage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1991, S. 12.
cite-note-1212. â Beispiele hierfĂŒr sind: Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866â1918. Machtstaat vor der Demokratie. MĂŒnchen 1992, S. 11: âDer Weg zur ReichsgrĂŒndung: Deutschland 1866â1871â; Klaus Erich Pollmann: ParlamentseinfluĂ wĂ€hrend der Nationalstaatsbildung 1867â1871. In: Gerhard A. Ritter (Hrsg.): Regierung, BĂŒrokratie und Parlament in PreuĂen und Deutschland von 1848 bis zur Gegenwart. S. 56â75, hier S. 56.
cite-note-1313. â Hans Rosenberg: Honoratiorenpolitiker und âgroĂdeutscheâ Sammlungsbestrebungen im ReichsgrĂŒndungsjahrzehnt. In: Jahrbuch fĂŒr die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 19, 1970, ISSN 0075-2614, S. 155â233.
cite-note-1414. â Helga Grebing: Der âdeutsche Sonderwegâ in Europa 1806â1945. Eine Kritik. Kohlhammer, Stuttgart [u. a.] 1986, S. 101, 104.
cite-note-1515. â Beispiele fĂŒr Ă€hnlich weit ausgreifende Periodisierungen: Hagen Schulze: Kleine deutsche Geschichte. C. H. Beck, MĂŒnchen 1996, S. 105: âBlut und Eisen (1848â1871)â. Helga Grebing: Der âdeutsche Sonderwegâ in Europa 1806â1945. Eine Kritik. Kohlhammer, Stuttgart [u. a.] 1986, S. 90: âVon der âunvollendeten Revolutionâ des Volkes zur erfolgreichen âRevolution von obenâ 1848â1878â. Wolfgang J. Mommsen: Das Ringen um den nationalen Staat. Die GrĂŒndung und der innere Ausbau des Deutschen Reiches unter Otto von Bismarck 1850 bis 1890. PropylĂ€en, Berlin 1993.
cite-note-1616. â Christian Jansen: Einheit, Macht und Freiheit. Die Paulskirchenlinke und die deutsche Politik in der nachrevolutionĂ€ren Epoche 1849â1867. Droste, DĂŒsseldorf 2000, S. 13.
cite-note-1717. â Egmont Zechlin: Die deutsche Einheitsbewegung. Ullstein, Frankfurt am Main 1967, S. 165.
cite-note-1818. â Jörg-Detlef KĂŒhne: Die Reichsverfassung der Paulskirche. Vorbild und Verwirklichung im spĂ€teren deutschen Rechtsleben. Habil.-Schr., Univ. Bonn 1983, 2. Aufl., Luchterhand, Neuwied 1998 (1985), S. 108â110, S. 117/118.
cite-note-1919. â Vgl. Michael Kotulla, Deutsche Verfassungsgeschichte. Vom Alten Reich bis Weimar (1495â1934), Springer, Berlin/Heidelberg 2008, Rn. 2011.
cite-note-2020. â Beschluss des Norddeutschen Bundesrats und Reichstags mit EinverstĂ€ndnis der Regierungen von Baden, Hessen, Bayern und WĂŒrttemberg vom 9. und 10. Dezember 1870, abgedruckt in: Ernst Rudolf Huber (Hrsg.): Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. II: Deutsche Verfassungsdokumente 1851â1900. 3. Auflage. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1986, Nr. 232. Zum Vergleich hinsichtlich des Eigennamens sollte die Frankfurter Verfassung vom 28. MĂ€rz 1849 lediglich die Verfassung des âdeutschen Reichesâ sein (abgedruckt bei Ernst Rudolf Huber (Hrsg.): Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. I: Deutsche Verfassungsdokumente 1803â1850. 3. Auflage. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1978, Nr. 108).
cite-note-2121. â Vgl. Werner Ogris: Der Norddeutsche Bund. Zum hundertsten Jahrestag der AugustvertrĂ€ge von 1866. In: Juristische Schulung. 6 (1966), S. 306 ff.
cite-note-2222. â Fritz Hartung: Deutsche Verfassungsgeschichte vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. 7. Auflage. Koehler, Stuttgart 1959, S. 274.
cite-note-kotulla-dtverfr-dok-sammlung-247-2323. â Kotulla: Deutsches Verfassungsrecht 1806â1918. Eine Dokumentensammlung nebst EinfĂŒhrungen. 1. Band: Gesamtdeutschland, Anhaltische Staaten und Baden. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-26013-7, S. 247.
cite-note-kotulla-dtverfr-dok-sammlung-249-2424. â Kotulla: Deutsches Verfassungsrecht 1806â1918. Eine Dokumentensammlung nebst EinfĂŒhrungen. Bd. 1, 2005, S. 249.
cite-note-kotulla-dtverfgesch-vom-alten-reich-bis-weimar-529-2525. â Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte. Vom Alten Reich bis Weimar (1495â1934). 2008, Rn. 2052, 2054.
cite-note-2626. â Vgl. Daniel-Erasmus Khan: Die deutschen Staatsgrenzen. Rechtshistorische Grundlagen und offene Rechtsfragen. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2004, S. 55. 66.
cite-note-2727. â Peter Schwacke, Guido Schmidt: Staatsrecht. 5. Auflage. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2007, Rn. 164, S. 59.
cite-note-2828. â âLaut Vertrag existierte das Deutsche Reich seit dem 1. Januar 1871.â Zit. n. Helmut Böhme: Die ReichsgrĂŒndung, MĂŒnchen 1967, S. 234.
cite-note-2929. â Kotulla: Deutsches Verfassungsrecht 1806â1918. Eine Dokumentensammlung nebst EinfĂŒhrungen. 1. Band: Gesamtdeutschland, Anhaltische Staaten und Baden. Springer, Berlin 2006, S. 243.
cite-note-3030. â JĂŒrgen MĂŒller: Der Deutsche Bund 1815â1866. Oldenbourg, MĂŒnchen 2006, S. 35 f.
cite-note-3131. â Zit. n. Bastiaan Schot: Die Entstehung des Deutsch-Französischen Krieges und die GrĂŒndung des Deutschen Reiches. In: Helmut Böhme (Hrsg.): Probleme der ReichsgrĂŒndungszeit 1848â1879. Köln 1968, S. 290.
cite-note-3232. â Lothar Gall: 1871 â Fragen an die deutsche Geschichte. Ausstellungskatalog. Bonn 1971, S. 128.
cite-note-3333. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 327.
cite-note-3434. â Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich. 3. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 750 f. (Hervorhebung im Original).
cite-note-3535. â Georges Roux: Die groĂe Zeremonie in Versailles 1871. Aus: Meilensteine der Geschichte (dt. Ausgabe; OT: George Weidenfeld / Nicolson: Milestones of History, London), Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1990, ISBN 3-88199-748-2, S. 555.
cite-note-3636. â Wortlaut bei â[6.1] Kaiserproklamationâ In: Gilbert Krebs, Bernard Poloni (Hrsg.): 6. Die Ăra Bismarck. In: Volk, Reich und Nation 1806-1918. Presses Sorbonne Nouvelle, 1994. Zit. nach : Lesebuch zur deutschen Geschichte. III, S. 14-15. doi:10.4000/books.psn.2666
cite-note-3737. â Beschreibung der Zeremonie bei Thomas W. Gaehtgens: Anton von Werner. Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreiches. Ein Historienbild im Wandel preussischer Politik. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-10325-8, S. 14â17.
cite-note-toeche-mittler-3838. â Theodor Toeche-Mittler: Die Kaiserproklamation in Versailles am 18. Januar 1871 mit einem VerzeichniĂ der Festtheilnehmer. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896.
cite-note-schnaebeli-3939. â Heinrich Schnaebeli: Fotoaufnahmen der Kaiserproklamation in Versailles, Berlin 1871.
cite-note-4040. â Friedrich von Dincklage-Campe: Kriegs-Erinnerungen. Bong & Company, Leipzig/Berlin 1895, S. 1.
cite-note-4141. â Brief Wilhelms an seine Gattin Augusta, nach Ernst Berner (Hrsg.): Kaiser Wilhelms des GroĂen Briefe, Reden und Schriften. Bd. 2, Berlin 1906, S. 251 f.
cite-note-4242. â Albert von Pfister: Das Deutsche Vaterland im 19. Jahrhundert. Eine Darstellung der kulturgeschichtlichen und politischen Entwicklung, fĂŒr das deutsche Volk geschrieben, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1900.
cite-note-stern-127-4343. â Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Bd. V, Rn. 127.
cite-note-4444. â M. Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte. Vom Alten Reich bis Weimar (1495â1934). 2008, S. 526.
cite-note-4545. â Egmont Zechlin: Die ReichsgrĂŒndung. In: Walther Hubatsch (Hrsg.): Deutsche Geschichte. Ereignisse und Probleme. Frankfurt am Main 1967, S. 170.
cite-note-4646. â Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich 1871â1918. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1973, ISBN 3-525-33340-4, S. 60.
cite-note-4747. â Zit. n. Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866â1918. Bd. 2, 3., durchges. Aufl. 1995, S. 80.
cite-note-4848. â Bernhard W. Wegener: Glanz und Elend der Reichsverfassung von 1871. In: Juristische Ausbildung Heft 4, 2021, S. 347â357, hier S. 353 f.
cite-note-4949. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 355.
cite-note-5050. â Theodor Schieder: Das Deutsche Kaiserreich von 1871 als Nationalstaat. Westdeutscher Verlag, Köln-Opladen 1961, S. 86; Michael StĂŒrmer: Das ruhelose Reich. Deutschland 1866â1918. Siedler, Berlin 1994, S. 99; Otto Dann: Nation und Nationalismus in Deutschland 1770â1990. 2. Auflage. C. H. Beck, MĂŒnchen 1994, S. 164.
cite-note-5151. â Vgl. Manfred Görtemaker: Deutschland im 19. Jahrhundert. Entwicklungslinien. Opladen 1983, S. 210â215.
cite-note-5252. â Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866â1918. Bd. 2, C. H. Beck, MĂŒnchen 1992, S. 80.
cite-note-5353. â Hagen Schulze: Der Weg zum Nationalstaat. Die deutsche Nationalbewegung vom 18. Jahrhundert bis zur ReichsgrĂŒndung. In: Martin Broszat, Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): Deutsche Geschichte der neuesten Zeit vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. MĂŒnchen 1985, S. 124.
cite-note-5454. â StĂŒrmer: Die ReichsgrĂŒndung. Deutscher Nationalstaat und europĂ€isches Gleichgewicht im Zeitalter Bismarcks. 1993, S. 82.
cite-note-5555. â Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866â1918. Bd. 2, 1992, S. 85.
cite-note-5656. â Vgl. Dieter Hertz-Eichenrode: Deutsche Geschichte 1871â1890. Das Kaiserreich in der Ăra Bismarck. Stuttgart 1992, S. 9â14.
cite-note-5757. â âDie weitgehend passive Haltung des Zarenreiches gegenĂŒber dem Aufstieg PreuĂens zur FĂŒhrungsmacht war durch die Niederlage im Krimkrieg [âŠ] verursacht.â Zit. n. Eberhard Kolb: Europa und die ReichsgrĂŒndung. PreuĂen-Deutschland in der Sicht der groĂen europĂ€ischen MĂ€chte 1860â1880. In: Theodor Schieder, Lothar Gall (Hrsg.): Historische Zeitschrift. MĂŒnchen 1980, S. 105.
cite-note-5858. â Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870â1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 305.
cite-note-5959. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 4 f. und 251â330.
cite-note-6060. â Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen, Bd. 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. C. H. Beck, MĂŒnchen 2000, S. 213 f.
cite-note-6161. â Vgl. Jean-Baptiste Duroselle: Die europĂ€ischen Staaten und die GrĂŒndung des Deutschen Reiches. In: Theodor Schieder, Ernst Deuerlein (Hrsg.): ReichsgrĂŒndung 1870/71. Stuttgart 1970, S. 388.
cite-note-6262. â Vgl. fĂŒr den Ausdruck und dessen Bedeutung z. B. Matthias Zimmer: Moderne, Staat und internationale Politik. VS Verlag, Wiesbaden 2008, S. 173.
cite-note-6363. â Tim Ostermann: Die verfassungsrechtliche Stellung des Deutschen Kaisers nach der Reichsverfassung von 1871 (= EuropĂ€ische Hochschulschriften 2, 4932), Lang, Frankfurt am Main 2009, S. 234 mit weiteren Nachweisen.
cite-note-6464. â Fritz Hartung: Deutsche Verfassungsgeschichte vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. 7. Auflage. Koehler, Stuttgart 1959, S. 276.
cite-note-6565. â Bernhard W. Wegener: Glanz und Elend der Reichsverfassung von 1871. In: Juristische Ausbildung. Heft 4, 2021, S. 347â357, hier S. 354.
cite-note-6666. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 356 f.
cite-note-6767. â Gregor Schöllgen: Das Zeitalter des Imperialismus (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 15). Oldenbourg, MĂŒnchen 1991, S. 22 f.; Johannes Leicht: Die Verfassung des Deutschen Reiches, Lebendiges Museum Online (LeMO), 9. Oktober 2005, Zugriff am 7. Juli 2021.
cite-note-6868. â Zitiert nach Hans-Peter Ullmann: Politik im Deutschen Kaiserreich 1871â1918 (= EnzyklopĂ€die deutscher Geschichte, Bd. 52), 2. Auflage, Oldenbourg, MĂŒnchen 2005, S. 73.
cite-note-6969. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 368â376 und 1000 ff.
cite-note-7070. â Udo Di Fabio: Die Weimarer Verfassung. Aufbruch und Scheitern. C. H. Beck, MĂŒnchen 2018, S. 34, zitiert bei Bernhard W. Wegener: Glanz und Elend der Reichsverfassung von 1871. In: Juristische Ausbildung. Heft 4, 2021, S. 347â357, hier S. 348.
cite-note-7171. â Michael Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte. Vom Alten Reich bis Weimar (1495â1934). Springer, Berlin 2008, S. 526.
cite-note-7272. â Oliver Dörr: Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession. Duncker & Humblot, Berlin 1995, S. 266â271.
cite-note-7373. â Georg Dahm, Jost DelbrĂŒck, RĂŒdiger Wolfrum: Völkerrecht. Bd. I/1: Die Grundlagen. Die Völkerrechtssubjekte. 2. Auflage. de Gruyter, Berlin 1989, S. 155; Marcel Kau: Der Staat und der Einzelne als Völkerrechtssubjekte. In: Wolfgang Graf Vitzthum, Alexander ProelĂ (Hrsg.): Völkerrecht. 8. Auflage. de Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-063326-9, S. 250, Rn. 175.
cite-note-7474. â Kaori Ando, Manfred Heinemann: Das Deutsche Reich und das Erziehungs- und Bildungswesen deutscher Bundesstaaten (1871â1914). In: Gerold Ambrosius, Christian Henrich-Franke, Cornelius Neutsch (Hrsg.): Föderalismus in historisch vergleichender Perspektive. Band 6: Integrieren durch Regieren. Nomos, Baden-Baden 2018, S. 199â242, hier S. 214.
cite-note-7575. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 356.
cite-note-7676. â Dieter Grimm: War das Deutsche Kaiserreich ein souverĂ€ner Staat? In: Sven Oliver MĂŒller, Cornelius Torp (Hrsg.): Das Deutsche Kaiserreich in der Kontroverse. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, S. 86â101, hier S. 93 f.; 99 f.
cite-note-7777. â § 1 Abs. 1 des Gesetzes ĂŒber den Erwerb und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit vom 1. Juni 1870.
cite-note-7878. â Art. 4 Satz 1 des Gesetzes betreffend die Verfassung des Deutschen Reichs vom 16. April 1871; Bernhard W. Wegener: Glanz und Elend der Reichsverfassung von 1871. In: Juristische Ausbildung. Heft 4, 2021, S. 347â357, hier S. 353.
cite-note-7979. â Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reichs vom 16. April 1871.
cite-note-8080. â Helmut Hirsch: August Bebel in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1973, S. 46 f.; Henning Köhler: Das Ende PreuĂens in französischer Sicht. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1982, S. 78; Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der âDeutschen Doppelrevolutionâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849â1914. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, S. 246 und 356.
cite-note-8181. â Daniel-Erasmus Khan, Die deutschen Staatsgrenzen, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2004, S. 66 ff.